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Haltt: "Keinen Cent in ein Retorten-Stadion stecken!"

FDP-Ratsfraktion plädiert für Lösung "anne Castroper".

Felix Haltt, Luisa-Maximiliane Pischel und Léon Beck (v.l.n.r.)
Felix Haltt, Luisa-Maximiliane Pischel und Léon Beck (v.l.n.r.)

Um die Zuschauerkapazitäten beim VfL Bochum zu erhöhen, werden nach Medienberichten sowohl der Ausbau an der Castroper Straße als auch ein Neubau am Rande der Universitätsstraße geprüft. "Als Ratsmitglied will man es eigentlich nicht erst aus der Zeitung erfahren, wenn die Stadt angeblich bereit ist, hohe Millionenbeiträge zu investieren. Aber auch der mögliche Neubau eines Stadions für unseren VfL ist etwas irritierend", betont Felix Halt, Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion Bochum. "Der aktuelle Doppelhaushalt ist doch auf Kante genäht, wie wir immer wieder gehört haben. Es ist auch nicht absehbar, dass sich die finanzielle Lage der Stadt demnächst verbessert. Dazu sind die aktuellen Herausforderungen einfach zu groß. Mir fehlt daher die Phantasie, woher das Geld für einen Stadionneubau überhaupt kommen soll. Ein seelenloses Retorten-Stadion irgendwo auf der grünen Wiese ist aus unserer Sicht jedenfalls keinen Cent wert."

 

"Der VfL kommt von der Castroper Straße", erinnert Léon Beck, stellv. Vorsitzender der FDP-Fraktion, an den legendären Satz von Ottokar Wüst. "Der Plan für einen möglichen Stadionbau an der Universitätsstraße finden wir aber auch aus anderen Gründen nicht überzeugend. Die Verkehrsanbindung mit dem Auto wäre – auch mit der Anbindung an die Autobahn – sicherlich gut, aber eine tragfähige Nahverkehrsanbindung sehen wir eigentlich nicht. Die Verlängerung der U35 nach Langendreer wurde wegen schlechter Wirtschaftlichkeit schon mal verworfen. Sie würde durch 18 Bundesligaspiele im Jahr und weitere Heimspiele jetzt bestimmt nicht merklich besser. Der Standort mitten in der Stadt an der Castroper Straße hat den unschlagbaren Vorteil, dass alle Fußball-Fans zur Not auch zu Fuß vom Hauptbahnhof zum Ruhrstadion pilgern können."

 

"Bezüglich eines möglichen Stadionneubaus habe ich noch keine einzige Stimme vernommen, die den Plan wirklich gut findet – nicht mal aus den Reihen der besonders überzeugten VfL-Fanbasis", ergänzt Luisa-Maximiliane Pischel, stellv. Vorsitzende der FDP-Fraktion. "Wir werden uns mögliche Pläne genau anschauen, wenn sie uns belastbar vorliegen. Unsere klare Präferenz ist jedoch eine Lösung an der Castroper Straße. Sie ist wahrscheinlich günstiger als ein ganzer Stadionneubau, unsere tolle und beliebte Stadionatmosphäre bliebe erhalten. Wenn bei der Lösung am jetzigen Standort durch eine neue hochmoderne Multifunktionshalle auch noch weitere Sportinfrastruktur verbessert wird, profitiert zudem nicht nur der VfL Bochum, sondern der gesamte Sport in Bochum."