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Anmietung von städtischen Büros im Viktoria Karree ist wirtschaftlicher Unsinn. (Ratsfraktion)

Fraktion "FDP & DIE STADTGESTALTER" will Verwaltungsneubau durch Stadt.

Die Stadt Bochum will Büros im neu entstehenden Viktoria Karree für einen Quadratmeterpreis von 15,50 EUR anmieten. "Das ist in mehrfacher Hinsicht wirtschaftlicher Unsinn", kommentiert Felix Haltt, Vorsitzender der Fraktion "FDP & DIE STADTGESTALTER". "Die Stadt ist bereit, einen Preis oberhalb des Marktes zu zahlen, um das Einkaufszentrum in der jetzigen Planung zu retten. Das ist eine teure Subvention, die wir nicht akzeptieren können." Dr. Volker Steude, stellvertretender Vorsitzender ergänzt: "Das dauerhafte Mietverhältnis kommt der Stadt dabei auf 20 Jahre gesehen auch noch 25 Millionen Euro teurer als wenn sie selbst bauen würde."

 

"Der eigene städtische Büromarktbericht weist eine durchschnittliche Miete von 11,80 Euro pro Quadratmeter in der Bochumer Innenstadt auf. Laut Bericht der WAZ halten Makler selbst in Toplagen nur bis zu maximal 14,50 Euro für möglich. Dass die Stadt da bereit ist, eine Schippe draufzulegen, ist wirtschaftlich nicht erklärbar", so Haltt. "Offensichtlich geht es der Verwaltung nicht darum, eine im Interesse der Steuerzahler sinnvolle Entscheidung zu treffen, sondern darum das Projekt im jetzigen Planungsstand retten. Das ist eine Subvention, bei der mit öffentlichen Mitteln eine private Investition abgesichert werden soll, die wir vehement ablehnen."

 

"Es gibt eine andere Lösung, die deutlich günstiger kommt", skizziert Haltt. "Anstatt sich beim Investor teuer einzumieten, kann die Stadt viel günstiger selbst bauen. Dabei spart die Stadt voraussichtlich über 25 Millionen Euro." 

"Die belastbaren Zahlen dazu hat die Stadt vor nicht allzu langer Zeit sogar selbst berechnet", führt Dr. Steude aus. "Im Norden des Appolonia-Pfaus-Parks wurde 2015 ein Neubau für 586 Arbeitsplätze geplant. Nach üblichen Kostensteigerungen und erweitert auf die 720 notwendige Arbeitsplätze würde die Errichtung solches Gebäude heute knapp 33 Millionen Euro kosten. Die Kosten von Wertverlust, Finanzierung und Instandhaltung in 20 Jahren betragen in Summe, wenn man den Restwert des Gebäudes gegenüberstellt, in etwa 30,5 Millionen Euro." 

 

Bei 15,50 Euro/qm und 15.000 qm ergeben sich für die Stadt Mietzahlungen in Höhe von 55.800.000 Euro in 20 Jahren. Unter Einbeziehung der in 20 Jahren zu erwartenden Mietanpassungen sind das rund 57 Millionen Euro. "Durch unseren Vorschlag spart die Stadt also satte 26,5 Millionen Euro", so Dr. Steude.

 

"26 Millionen Euro sollten nicht für die Subvention eines Einkaufszentrum genutzt werden", stellt Haltt klar. "Wir können uns eher vorstellen, dass der gesparte Betrag, oder auch nur ein Teil davon, in die Aufwertung der Innenstadt fließen sollte", so Dr. Steude abschließend.